Empfehlung zur Pflege und Wäsche naturbelassener Materialien

Damit Sie lange viel Freude an Ihrem Produkt haben, widmen wir uns in diesem Blogbeitrag der sachgemäßen Pflege von naturbelassenen Materialien.

Die Beschaffenheiten unserer Merinowolle: Die spiralförmigen Wollfasern haben Schuppen, die beim lebenden Schaf in alle Richtungen zeigen. Nach der Schur liegen die Wollfasern wirr durcheinander und die Schuppen liegen gegenläufig. Verschiedene Einflussfaktoren bewirken, dass sich diese Schuppen so einander verhaken, dass sie sich anschließend nicht mehr in die ursprüngliche Lage auseinander bewegen können. Zu den falschen Behandlungsmethoden gehören nicht nur Rubbeln und Auswringen der Wollwäsche, sondern auch eine zu hohe und vor allem schwankende Waschtemperatur. Sie lassen die Wolle verfilzen, also dichter und fester werden – die Wäsche läuft ein.

Nicht die Bewegung in der Waschlauge (Handwäsche oder Maschinenwäsche) ist so sehr schädlich, sondern starkes Zusammendrücken der nassen Wollwäsche beim Schleudern bzw. Auswringen führt zum Verhaken der Wolle. Denn, wird die Wolle in der Waschlauge eingeweicht , quellen die Fasern auf und die Filzbereitschaft der Wolle steigt. Je wärmer die Waschtemperatur ist, desto schneller quellen die Fasern und desto höher ist die Filzbereitschaft. Starker Druck beim Auswringen oder Schleudern macht den Filz dann unvermeidlich.

Waschwasser und Spülwasser müssen die gleiche Temperatur haben, denn ein so genannter Kälteschock führt ebenfalls zum Verfilzen der Wolle. Bei allen neueren Waschmaschinen heizt das Programm „Wollwäsche oder Handwäsche“ das Spülwasser auf die gleiche Temperatur wie im Waschgang auf. Damit wird der Kälteschock vermieden. Das Programm „Feinwäsche“ hingegen garantiert diese Temperaturangleichungen nicht.

Unsere Produkte aus feinster Pima-Baumwolle und SEACELL dürfen nur per Hand gewaschen werden.

Für Handwäsche gilt: Kurzes, leichtes Schwenken und sanftes Drücken im reichlich handwarmen Wasser, mit speziell für Wolle geeignetem Wollwaschmittel und anschließendem Spülen in Wasser gleicher Temperatur.

Für Maschinenwäsche gilt: Im Wollwaschgang (keine Feinwäsche) bei 30 Grad in der Waschmaschine. Beim Wollwaschprogramm wird das Wasch- und Spülwasser auf die gleiche Temperatur aufgewärmt und damit ein Kälteschock vermieden. Außerdem wird das Wasser schonend hin und her bewegt und nur mit einer sehr geringen Drehzahl geschleudert. (Intervallschleudern)

Trocknen: Bitte nicht im Wäschetrockner oder auf der Heizung trocknen, die Wolle wird dadurch hart und brüchig und kann verfilzen. Wir empfehlen Produkte nach jedem Spülgang in einem Handtuch auszudrücken, nass in Form zu ziehen und liegend zu trocknen.

Waschmittel: Als Waschmittel sollte ein spezielles Produkt für Wollwäsche verwendet werden. Seide und Wolle sind Eiweißfasern, die grundsätzlich mit Produkten gepflegt werden sollten, die im leicht sauren Bereich liegen. (PH-Wert < 7) Solche Produkte wirken nicht entfettend und schonen gleichzeitig die Fasern. Alkalische Produkte z.B. Vollwaschmittel führen zum Verfilzen der Wolle, selbst bei sonst richtiger Behandlung. Nach der Wäsche spülen Sie die Wolle in Spülwasser.

Für die vielen Vorteile der Naturfasern, im Gegensatz zu chemisch hoch veredelter Wäsche und Bekleidung oder gar Synthetikfasern, lohnt sich immer eine behutsamere Pflege und Wäsche. Weil eine kurze Handwäsche für Wolltextilien viel besser ist, als langes Einweichen und Waschen, sollte auch der Zeitaufwand von wenigen Minuten nicht vor Naturtextilien abschrecken.

Der Aufwand lohnt sich, Sie werden es fühlen!