Materialkunde, Allergene

Text: Tessa Knoll

Irritationen der Haut, Juckreiz und Rötungen sind ständige Begleiter eures Alltags?! Wie genau unsere Produkte euer Leben verändern können, erläutere ich euch in diesem Blogbeitrag.

Eine grundsätzliche Voraussetzung für eine Allergie – eine Überreaktion des Immunsystems – sind körperfremde Substanzen, auf die unser Organismus überreagiert, wodurch diese zu allergischen Reaktionen führen können.

Viele reagieren allergisch auf Pollen, Nahrungsmittel und Co. Es gibt allerdings auch Allergien gegen textile Faserstoffe, verwendete Farbstoffe und andere chemische Substanzen, die unseren Kleidungsstücken in ihrer Entstehungslaufbahn hinzugefügt werden.

Regelmäßig werden wir im Store mit empfindlichen Hauttypen, speziellen Allergien und Unverträglichkeiten konfrontiert. Fragen bezüglich des Einsatzes gewisser Farbstoffe, Zusätze und Herstellungsprozesse kommen auf. Im Gegensatz zur genauen Zusammensetzung der einzelnen Rohstoffe mit entsprechenden Prozentangaben, muss der Hersteller nur in Ausnahmefällen Auskünfte über eingesetzte Chemikalien und Farbstoffe geben. Wir hingegen wissen nicht nur genau wie und wo unsere Shirts produziert werden, sondern uns liegt es zudem am Herzen, euren Allergien den Kampf anzusagen!


Was genau sind die Auslöser allergischen Reaktionen im textilen Bereich?

  1. Pflanzliche Faserstoffe

Unsere Bio-Baumwolle wird unter Allergikern als äußerst hautfreundlich empfunden. Bereits gereizte Haut wird durch die relativ glatte Oberflächenbeschaffenheit und die weiche Haptik unserer Baumwolle nicht zusätzlich gereizt und Feuchtigkeit wird schnell aufgenommen.

  1. Tierische Faserstoffe
    • Wolle

Studien belegen, dass bereits bei gesunden Menschen eine hohe Woll-Intoleranz besteht. Die natürliche Schuppenstruktur der Wolle kann die Haut reizen und zu unangenehmen Hautirritationen und Juckreiz führen. Unsere 160g Merinowolle ist besonders fein und leicht. Die dünnen Fasern machen das Material weich, wodurch die Shirts auch von vielen Woll-Skeptikern gerne getragen werden. Allergische Reaktionen können zudem bei un- bzw. ungenügend gereinigten Wolltextilien auftreten, da hier das allergen wirkende Wollfett (Lanolin) noch enthalten ist. Unsere Wolle wird vorgewaschen, wodurch ein Großteil des Lanolins bereits im Vorfeld entfernt wird. 

  • Seide

Seide ist als aggressives Inhalations- und Kontaktallergen bekannt. Häufig werden diese Allergien durch Bettdecken, die mit Seidenabfällen gefüttert sind, ausgelöst. Eben diese Abfälle, aus Zucht- und Wildseideabfällen, sind nicht oder nur anteilig entbastet. Dies bedeutet, dass der Seidenleim (Serizin), mit welchem die Raupe ihren Kokon verspinnt, noch enthalten ist. Inhalationsallergien werden nicht nur durch das Serizin, sondern auch durch teilweise noch vorhandene Reste der Larvenpuppen, Schuppen der Falter, Kokons, Exkremente der Larven und durch den Staub, der beim Weben entstehen kann, ausgelöst. Auch serizinhaltige Shampoos und andere kosmetische Produkte mit entsprechenden Inhaltsstoffen können Reaktionen auslösen. Hier solltet ihr bei einer allergischen Vorgeschichte also stets auf die Zusammensetzung der Produkte achten.

  1. Chemiefasern

Bei Chemiefasern ist stets zwischen zellulosischen und synthetischen Fasern zu unterscheiden. Sowohl bei unseren Tencel®-, als auch Lyocell-Shirts, handelt es sich um chemische Erzeugnisse auf zellulosischer Basis. Neben einem kühlenden Effekt auf der Haut und einer rasanten Feuchtigkeitsabgabe, zeichnen sich diese Materialen durch ihre Sanftheit aus, wodurch sie besonders hautverträglich sind. Hautirritationen werden vorgebeugt und selbst an Neurodermitis erkrankte Menschen können Shirts aus diesem fließenden Material in der Regel problemlos auf der Haut tragen.

Aus der Fasergattung der synthetischen Chemiefasern kann allein Elasthan Kontaktallergien auslösen. Der Allergen wirkende Stoff Bisphenol A – der Weichmacher des Elasthans – löst sich nach dem Waschen aus dem textilen Verbund und kann somit verspätet zu einer Reaktion führen. Bei all unseren Shirts verzichten wir auf den Bestandteil Elasthan.

  1. Textilfarbstoffe

Allergien gegenüber Farbstoffen von Oberbekleidung sind äußerst selten, aber nicht auszuschließen. Vor allem bei eng anliegenden Shirts und oder einer bereits bestehenden Chromallergie, kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Chromierungsfarbstoffe und chromgegerbtes Leder sollten hierbei von euch vermieden werden!

Eine Übersicht über Farbstoffe als potentielle Allergene:

Bei unseren Shirts liegt uns nicht nur die Qualität und die Herkunft der Rohmaterialen am Herzen, sondern auch die der Farbstoffe. Wenn es um Allergien geht, spielen die Chemikalien, die für das Färben und Veredeln eingesetzt werden, eine große Rolle. Alle Chemikalien, die beispielsweise zum Färben unsere Bio-Baumwolle verwendet werden (Farbstoffe, Hilfsstoffe usw.) entsprechen den ÖKO-TEX-Richtlinien. Diese Chemikalien enthalten keine Schadstoffe, die für Mensch und Umwelt bedenklich wären. Die noch strengeren Richtlinien der Bio-Standards IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e. V.), GOTS (Global Organic Textile Standard) und Naturaline schließen sogar noch mehr Chemikalien aus, die nach ÖKO-TEX zugelassen wären. Unsere Bio-Baumwolle ist GOTS zertifiziert und eignet sich somit sehr gut für diejenigen unter euch, die bereits Beschwerden, oder allergische Reaktionen aufgrund eingesetzter Farbstoffe und Chemikalien hatten.

  1. Textilausrüstungen

Neben den oben genannten Farbstoffen lösen auch chemische Aus- und Aufrüstungen Hautunverträglichkeiten aus. Vor allem Formaldehyd, optische Aufheller und aufgetragene Pestizide sind Auslöser dieser Reaktionen. Wie auch bei den Farbstoffen werden die Allergene mittels Feuchtigkeit und der entsprechenden Mechanik/Bewegung aus dem Textilgut gelöst, um anschließend von der Haut aufgenommen werden zu können.

Unsere Lieferanten achten nicht nur auf einen gezielten Einsatz der Farbstoffe, sondern auch auf die Verwendung von Pestiziden. Unsere Bio-Baumwolle  ist nicht mit Pestiziden belastet oder für den Transport mit Bioziden begast worden, wodurch Schädlinge auf dem konventionellen Textilmarkt ferngehalten werden sollen. Auch wenn es möglich ist, dass Pflanzenschutzmittel während des Färbeprozess zerstört werden, ist man mit Fasern aus Bio-Anbau besser beraten. Sie unterliegen in vielerlei Hinsicht strengen Auflagen und werden regelmäßig überprüft.

Die REACh-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist eine Chemikalien-Verordnung, die sich mit der Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien innerhalb der EU befasst und beschlossene Standards in allen Mitgliedsstaaten durchsetzt. Hersteller und Importeure, welche mehr als eine Tonne textiler Erzeugnisse pro Jahr in Europa in Umlauf bringen, fallen in den Geltungsbereich von REACh und werden streng geprüft. Verboten werden Stoffe, die beispielsweise AZO-Farbstoffe, Formaldehyd, Chrom 6 und Phthalate (Weichmacher) enthalten.

Auf der RAPEX-Liste könnt ihr euch stets über schwarze Schafe und deren Verstöße erkundigen.